Herbsttour im Friaul – Oktober 2014

Endurofahren im Friaul – Einsteigertraining nächster Teil:-)

Freitag:

Gegen 16:00 Uhr kam Fred mit dem Hänger, dann haben wir aufgeladen, alles eingepackt und sind losgefahren.

Die Fahrt war kurzweilig mit Gesprächen über Mopeds, Fahrtechniken und die Welt, aber nicht Gott. Etwas Sorgen machte uns das Wetter, weil wir an recht viel Schnee vorbeigefahren sind. Irgendwie machte ich mir das Gefühl etwas mehr Vertrauen ins Wetter zu haben als Fred. Ich war so glücklich, dass es mit dieses Wochenende klappt und konnte mir einfach nicht vorstellen, dass das Wetter nicht mitmacht. Ich war nicht bereit dafür Phantasie zu investieren:-).

Den letzten Teil der Strecke war klar, dass es Schnee woanders gibt, aber nicht im Friaul. Die weißen Bergspitzen habe ich im Dunkeln nicht gesehen, aber die hats um die Jahreszeit ja quasi flächendeckend. Dafür hat der schöne Plöckenpaß bei der Anfahrt schon eingestimmt – auch wenn wir im Auto mit Hänger waren.

Die Unterkunft mussten wir etwas suchen, weil das Navi unter der Adresse etwas anderes verstand als wir. Es klappte, als wir aus der Buchungsbestätigung die Koordinaten statt der Adresse eingaben. Um 21:00 Uhr waren wir angekommen, haben die Mopeds abgeladen, leckere Pasta gegessen, geratscht und sind in die Betten gefallen um am Samstag ausgeruht zu starten. Die Möppis schliefen im Hinterhof einträchtig.

Samstag:

8:00 Frühstück – 9:30 Abfahrt…

Es war noch sehr frisch aber versprach schön zu werden. In meinem Enthusiasmus habe ich das Thermofutter herausgenommen in der Annahme mir wird’s tagsüber warm und wenn ich mich beim Fahren anstrenge ….

Noch recht am Anfang sind wir eine Bergstraße hinauf mit Linkskurve – da sind wir aber umgedreht und ich habe mich beim Wenden darauf konzentriert, dass die Straße abschüssig ist, statt einfach die Kurve zu fahren. Und dann wars Bein zu kurz und schon lag das arme Möppi das erste Mal. Bis Fred wieder da war, hatte ich sie Gott sei Dank schon hoch und wir konnten weiter.

Umdisponieren war erforderlich, weil die Auffahrt zur Panoramica delle Vette gesperrt war. Nach kurzem Nachdenken ist Fred voraus zu einem anderen Zugang des Passes. Dieser war dann offen und wir sind gefühlt endlos kleine kurvige Straßen hinauf gefahren. Und als ich schon dachte wie schön das alles aussieht und wie schön es ist zu fahren – wurde es Schotter. Auch fein. Und dann sind wir auf Schotter weiter hinauf gefahren, was auch so weit gut ging. Vermutlich war ich nicht besonders schnell. Aber abgesehen von der mangelnden Fahrsouveränität gab es auch so viel zu schauen… Irgendwann waren wir recht weit oben und auf einmal lag vor uns Schnee… und ein weiter atemberaubender Blick über die Berge…

Ooops. Angehalten, angeschaut, überlegt… Und von Fred Route und Vorgehen erklärt bekommen. Tief einatmen, noch tiefer ausatmen – und los. Ging erstmal recht gut. Dann war ich übermütig und zu schnell – und schon lags Moped am Ende des Schnees wieder. Seufz. Blöd. Wieder was gelernt. Und beim Weiterfahren vorsichtiger gewesen. Beim nächsten Schnee wars auch bergab. Aber das ging nach den ersten Erfahrungen dann wieder.

Und weiter gings auf der an den Berg geschmiegten Straße.

Wir haben immer wieder Fotografierpausen gemacht, weils so schön war. Und weil es eine gute Gelegenheit ist zum Pause machen und einfach schauen.

Bei einem der Stürze hatte ich mir das Knie angeschlagen, was einige Stunden echt weh tat und Probleme machte, weil ich das Bein kaum belasten konnte. Nach dem dritten Sturz war der Schmerz komischerweise fast ganz weg. War unerwartet, aber sehr recht.

Irgendwann gings dann wieder retour. Über Schotter zurück, übers Schneefeld, irgendwie war das alles beim zweiten Mal schon ein bisschen leichter.

Dann die Mopeds versorgen, Duschen und Essen! Voll toll.

Sonntag:

Das Thermofutter herauszunehmen war ein Fehler. Wärmer wäre besser gewesen. Wieder was gelernt und am Sonntag mehr angezogen.

Unter anderem weil mir nach dem Tag vorher die Schultern weh taten (armer Fred – diese Jammerei!) – vermute es war die Mischung aus zu wenig warm und viel ungewohnte Belastung gepaart mit Technikmangel, den man versucht mit Anspannung auszugleichen….

Kurz nach der Abfahrt sind wir erst mal eine nette Waldstrecke hoch bis wir ein Sperrschild fanden. Umdrehen und den Schotter wieder runter. Unten angekommen habe ich aus einem weiteren Fehler gelernt. Wenn man bergab das Moped ohne Motor rollen lässt: Macht man das Licht aus!!! Zumindest wenn es eine alte 600er ist, deren Batterie nie auf E-Start konzipiert war…

Dann hatte ich erst mal Kopfkino: Was wenn die nicht mehr kommt? Nicht mehr fahren können heute??? Schnief.

Der arme Fred hatte dann Schwerstarbeit. Wir haben das Moped zusammen hochgeschoben aber den Hauptanteil der Arbeit hatte er, und mittels anrollen kam sie wieder. Dann gings weiter.

Später haben wir noch eine sehr schöne Auffahrt gefunden und haben auch noch ein Skigebiet besichtigt.

Zurück ins Quartier und aufgeladen – und dann wieder nach Hause – bei immer noch schönem Wetter.

Abends zu Hause erst mal in die Badewanne und direkt ins Bett. Nach ein paar Tagen waren auch die Schultern wieder gut. Und diese Erfahrung möchte ich um nichts in der Welt misssen.

Landschaftlich einfach der Hammer! Wunderschön!

Es war alles dabei, Asphalt, Schotter

Viele Grüße,

Rebecca

Einen weiteren Bericht über die Tour findest Du hier – klick

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