„Adria Umrundung“

2019  Die Ardia-Umrundung

Tag 1  / 6:07-15:30 Uhr / 370km / München nach Villach

Augen auf… 5:00 Uhr der Wecker klingelt, ich höre schon den Regen ans Fenster klopfen…no

Sch…, geht es mir durch den Kopf – Schon in der Früh in Regenklamotten zu Jörg fahren, na suuuper (*wenn ich wüsste was noch auf uns zukommen würde, wäre ich wohl gar nicht erst aufgestanden…). Bevor ich die, mit Koffern und Tankrucksack, beladene 660er Tenere starte, streife ich mir noch grazienhaft die Regensachen über. Eine halbe Stunde später bin ich vor Jörgs Einfahrt, auch er in Regenklamotten. Tja, was soll´s; es geht Richtung Süden, was soll schon wettertechnisch schiefgehen (!?).

Die geplante „Adria-Umrundung“ stand auf dem Zettel. Das heißt; Küstenstraße Kroatien nach Dubrovnik – mit der Fähre nach Italien/Bari – westwärts rüber nach Amalfi/Neapel den Vesuv anschauen und über den Gebirgszug der Abruzzen zurück nach Hause… Geplant in 10 Tagen sprich ca. 3.500km mit unseren Yamaha-XT-Einzylindern. Die Stopps (Übernachtungen) sind bereits über booking.com eingerastet.

Nach dem ersten Aufwärm-Cappuccino festigte sich der Plan nicht über die Großglocknerhochalpenstraße zu fahren – zu schlechtes Wetter. Später erfuhren wir das diese Strecke aufgrund Neuschnee zum dritten Mal in diesem Jahr gesperrt war, siehe Onlinebericht… Intuitiv alles richtig gemacht…

Unserer Laune tat dies keinen Abbruch – die war stehts Bestens, bis auf eine Prozedur, welche ich hier mit: „Katastrophe-Motorradfahrer-hassen-nasse-Handschuh-anziehen“ (kurz gesprochen: „kamo-hanahan“) bezeichne. Bin mir sicher, jeder der im stundenlangen Waschwasser gefahren ist, weiß was ich damit meine, wenn sich der durchgeweichte Innenhandschuh verwurstelt ☹ und man versucht seine Finger (vor allem den Kleinen) darin wieder sauber zu platzieren; DA SCHWILLT DIR SCHON MAL DIE ADER – bohw-ey !!! angry Wir fahren nun im Dauerregen die 108 von Mittersill nach Lienz über den Felbertauerntunnel nach Villach.

Unser erstes Ziel für heute die zweckmäßige Pension Fürstenhof; Adresse: Warmbader Straße 64, Villach, 9500, Österreich – Telefon: +43 4242 34083. Aber vor der Ankunft stillten wir unseren Hunger mit einer leckeren Pizza in der Ortschaft Winklern. Anschließend hieß es ja wieder: kamo-hanahan angry. Im Hotel angekommen, erstmal warm geduscht ( …und alles trocken legen – der Fön wurde dazu zweckentfremdet…). Später gingen wir uns die nähere Umgebung ansehen. Gut das der Regen inzwischen aufgehört hat, denn unsere Pension liegt gleich neben dem großen Arial des Villacher Warmbades. Toll, denn für die Gäste dort gibt es ein typisch österreichisches Cafe in den wir einen Cappo sowie Kuchen orderten. PS: der Topfenstrudel war noch ganz warm – hmm – in Österreich hat man einfach Klasse yes.

 

Der Abend wurde mit stressfreiem Fernsehprogramm (Der Schuh des Manitu und Buli-Humor) beendet.

 

Tag 2  / 8:15-17:30 Uhr / 320km / Villach nach Novi Vinodolvski

Ausgeschlafen und nach einem ausgiebigen Frühstück zogen wir wiederrum die Regenkluft an. Auch Tag zwei begann mit der chemischen Verbindung H2O aus den Wolken. Es geht heute über den weltbekannten Skiort Kranjska Gora zum Wurzenpass. Wer diesen Pass gefahren ist kennt sicher den russischen T34-Panzer welcher an Wegesrand steht. Wir haben kein Foto davon gemacht (wegen Vermeidung kamo-hanahan wink). Denn Fotos davon gibt es im Netz genügend, siehe z.B.: https://www.bing.com/images/search?q=wurzenpass+t34&FORM=HDRSC2 .

Weiter geht´s zum Vrsic-Pass. Dies ist sicher einer der schönsten Pässe in Slowenien, doch im Regen ist dort Vorsicht geboten; die Kurven sind zum Teil noch mit Kopfsteinpflaster ausgelegt, da sind zügige Schräglagen und hektische Bewegungen unvorteilhaft. Am

Scheitelpunkt des Passes das obligatorische Foto und danach hieß es wieder: kamo-hanahan angry. Trotz nassem Wetter ist und bleibt Slowenien ein tolles Motorradland. Die geschwungenen Strecken kann man auch im Regen genießen.

Wir fahren Landstraße über Kobarid und Tolmin nach Logatec. Hier auf die Autobahn um ein kurzes 6km Verbindungsstück nach Unec zu nutzen. Im nach hinein keine gute Idee; regennasse Handschuhe ausziehen, wegen zu bezahlende 0,27€ Autobahngebühr und sich kamo-hanahan anzutun… pfff…ist echt nervig indecision. Es geht weiter, auf der mit Baustellen durchsetzten, Landstraße zum Grenzübergang Babno Polje/Prezid.

Und nach einem ausgiebigen Mittagessen mit Cordon Bleu, Pommes und Salat hieß es schon wieder mal: kamo-hanahan .angry Aber nun kam glücklicherweise der letzte Abschnitt unserer heutigen 320km Etappe. Es ging über die Ortschaften Delnice und Fuzine in den regenverhangenen „Düsterwald“.  Die direkte bewaldete Wegstrecke nördlich Novi Vinodilvski ist wirklich straßenendurowürdig – echt Top, auch wenn sich der Regen hier nochmals steigerte. Am küstennahen Ort Novi Vinodolvski angekommen wurden wir schon erwartet. Unterkunft: Apartmant Rogic, Krminska 18, Novi Vinodolski, 51250, Kroatien – Telefon: +43 676 3749927. Zuvorkommend wurde die Unterkunft beheizt und extra Decken zur Verfügung gestellt, da es abends ungewöhnlich kalt war. Ach ja, nicht zu vergessen: Der Arsch brannte; trotz genug „Polsterung“ für den Allerwertesten durch Lammfell, Radlerhose, Motorradhose mit Inlay und Regenhose blush. Dann wie tags zuvor: warm duschen und alles trockenlegen. Wiederrum föhnen der Handschuhe, Socken und Motorrad-Schuhe. Hoffen auf besseres Wetter…

 

Tag 3  / 263km / Novi Vinodolvski nach Sibenik

Augen auf… 7:00 Uhr der Wecker klingelt, ich höre schon den Regen ans Fenster klopfen…Sch…, geht es mir durch den Kopf – Schon in der Früh in Regenklamotten… (* oh, sorry, den Text hatten wir schon… cheeky

Trotz alledem der Text ist korrekt, es regnet auch hier beim Aufbruch. Im Nassen alles auf die Motorräder packen. Wir lassen die Einzylinder zur nächsten Hafenpromenade tuckern und gönnen uns in einem Hotel vor Ort das aufgetischte Frühstücksbuffet. Jörg brauchte sein Nutella und ich mein American Breakfirst.

  

Schön das sich in der Zwischenzeit der Regen gelegt hat. Es geht nun erstmals ohne Regenklamotten der regenwolkenverhangenen Küstenstraße entlang nach Prizna. Wir folgen den schönen Wetter, d.h. Richtung „Meer“. Es geht nämlich mit der Fähre auf die Halbinsel Pag. Beim Warten auf die Fähre, Gelegenheit nutzen: Cappuccino Pause.

Auch die Insel Pag ist herrlich zu fahren und in Zadar angekommen nehmen wir mittags in einem hafennahen Restaurant eine Pizza mit abschließenden Cappo zu uns.

Unsere Stollenreifen tragen uns weiter die herrlich geschwungene Küstenstraße entlang, zu unserem Tagesziel, nach Sibenik.

Die Unterkunft: Apartments Alic, Rogoznicka 15, Šibenik, 22000, Kroatien – Telefon: +38598254321, war eine Wohnung mit zwei einzelne, separate Bereiche. Klever gelöst, praktische Einrichtung – sehr nette, hilfsbereite Nachbarn. Im Garten eine Ente und eine Katze, diese waren völlig unbeeindruckt von uns beiden Fremden. Hier im Freien strickten wir zur Nachmittagsstunde unseren weiteren Tourenplan. Abends die übliche Prozedur; föhnen der Motorradstiefel, Socken, ect., dann warm duschen und Spaziergang in die nähere Umgebung…sind früh ins Bett – die Regenfahrten haben doch gezerrt…Die nächsten Tage sind nicht mehr so kilometerfressend und das Wetter soll sich, laut wetter.com, von der besseren Seite zeigen – gute Aussichten, klasse cheeky

 

Tag 4  / 184 km /Sibenik nach Ploce

Aufbruch frühmorgens – die Sonne scheint – perfekt – erster Foto-Stopp an einem Rastplatz nach der Ortschaft Brodarica:

Bei der weiteren Suche nach einem geeigneten Frühstück kamen uns doch tatsächlich einige Rally-Motorräder entgegen (!?). In einem Hotel an der Landstraße, beim anschließenden Verspeisen der 3 Eier mit würzigem dalmatinischen Schinken, dazu knusprig frisches Brot und Kaffee der seinen Namen verdient, gab es anschließend dutzende Rally-Teilnehmer mit ihren Boliden zu bestaunen, welche die Küstenstraße nordwärts an uns vorbeifuhren. Daher auch Jörgs Blick zur Straße beim Frühstückseiverzehr…

 

Bei meiner nachträglichen Recherche handelte es sich Mitglieder der Croatien-Rally-2019 enlightened. Gewinner der Rally war übrigens der junge Australier Christian Scheurer auf seiner YAMAHA yes. Infos/Bilder siehe unter diesem Link: https://www.trxraid.com/gallery/89/CROATIA-RALLY-2019/.

Nach dem genüsslichen Magenfüllen schnurren unsere beiden YAMAHA-Enduros auf die Stadt Splitt zu. Splitt selbst ließen wir schnell hinter uns, die Industriemetropole ist nicht unser Ding. Nach ´nem „Schnell-Cappo“ ging es weiter… Es gibt schönere Streckenabschnitte auf der Strecke nach Dubrovnik.

Beispiel: der Ort Omis. Siehe Fotos – hier beginnen die Berge zur Adria hin steil abzufallen.

Auf einem Rastplatz, kurz nach Pisak, ein einzelner Reiseendurofahrer mit seiner TransAlp. Beim Smaltalk stellt sich heraus das er aus Augsburg stammt (klein ist die Welt), schon gut 7 Wochen unterwegs ist und gerade aus Griechenland den wettergünstigsten Weg nach Hause sucht. Ja, interessante Leute trifft man unterwegs (enlightenedmit Tipps; das z.B. in Bosnien-Herzegowina es sich günstig tanken lässt.) Kurz darauf gesellt sich noch ein Engländer zu uns, der wie wir nach Dubrovnik fährt. Nice.

Uns zieht es weiter zum kleinen Örtchen Drasnice. Hier ist ein ruhiger überdachter Strandplatz wo wir ungestört strandnah Brotzeit machen können.

 

Wir lassen uns unsere mitgebrachten Kostbarkeiten schmecken und gönnten uns anschließend, an der Bar gegenüber, einen großen Cappuccino. Sonne und Meer – was willst Du mehr, so könnte es bleiben cool (Daumen hoch).

Ziel Heute; Ploce und das Aparthotel Monaco, Plinjanska 63, Ploče, 20340, Kroatien – Telefon: +385 98 660 120. Das Hotel wird sehr zuvorkommend und aufmerksam geführt. Unsere Zimmer/Apartments waren zwar in unterschiedlichen Häusern untergebracht aber auch ein Platz für´s Motorrad war in einer der Garagen vorhanden. Nach einem kurzen Spaziergang zur dortigen Kirche und der näheren Umgebung, deckten wir uns für den kommenden Abend im nahegelegenen Supermarkt ein. Um ca. 21:00 Uhr, nach der täglichen Tourenplanung, ließen wir den Tag ausklingen.

Tag 5  / 107 km / Ploce nach Dubrovnik

Frühstück um 9:00 Uhr – Ausgeschlafen lassen wir heute gemütlich angehen. Offener Kamin beim Frühstück; mit Schinken-Käse-Omelett, Eier, selbstgemachte Krapfen, Obst, Marmelade, Brot und Kaffee sowie Orangensaft in ausreichender Hülle und Fülle. Das ist doch auch mal was anderes – wirklich Top.

Danach auf die Stollen-Mopeds. Die Grenze in das nicht EU Bosnien-Herzegowina ist unweit. enlightened Bei den Grenzformalitäten ist der Personalausweiß, der Fahrzeugschein und die gültige Grüne Versicherungskarte unerlässlich. Ansonsten kann die Ein-/Durchreise verwehrt bleiben. Ach ja; es sind auf dem Weg nach Dubrovnik nur zwei Tanken am Wegesrand. Wir haben beide verpasst. Aber nochmal Danke für den Tipp wink

Am Jacht-Hafen von Slano gönnen wir uns nochmalig eine Cappo-Pause. Das herrliche Wetter, bei 22 Grad im Schatten, lädt dazu ein.

 

 

Der Ort ist bereits bewusst auf Tourismus ausgelegt. Hier legen Passagier-Jachten an, um diesen Personenkreis einen netten Landgang zu gewähren. Jedoch lassen sich die typischen kroatischen, alten Baustrukturen noch erkennen, wie dieses alte Gemäuer …

Dubrovnik – Der Blick zur Brücke ist wirklich beeindruckend. Der Hafen mit den Passagierschiffen der MSC-Flotte ist ein klasse Bild. (Die Franjo-Tuđman-Brücke, auch Dubrovnik-Brücke genannt, ist eine zweistreifige Straßenbrücke der kroatischen Nationalstraße D8. Sie ist benannt nach Franjo Tuđman, dem ersten Präsidenten Kroatiens nach Erlangung der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1991. Quelle: Wiki). Uns zieht es als erstes zum geschichtsträchtigen Alten Hafen von Dubrovnik.

 

Die dortige Altstadt mit deren Festung ist, trotz viel Tourismus, defenitiv einen Besuch wert.

In der Zwischenzeit macht sich der Hunger bemerkbar und wird mit einer leckeren Pizza bei einem der kleinen Gassen-Gastronomen vertrieben.

 

Um ca. 16:00 Uhr geht es zurück zum Fährhafen. Wir warten nun vor Ort auf den Einlaß in die Fähre der Rederei JADROLINIJA. An einem schattigen Platz, im Hotelrestaurant gegenüber der Anlegestelle, verbringen wir die Zeit mit der Flüssigkeitszunahme wie Aqua-Minerale und Cappuccino. Dazu die Motorrad-Stiefel ausgezogen – puh – was für eine Wohltat bei 23 Grad im Schatten.

Nachdem ich die Fährkarten online bestellt habe, mussten wir diese noch am dortigen Kartenschalter abholen. Dies erfolgte um ca.18:00 Uhr. Um 19:00 Uhr machten wir nochmal, in der langsam untergehenden Sonne, Brotzeit.

Derweil sammelten sich vor Ort immer mehr Passagiere mit ihren Fahrzeugen. Weitere Motorradfahrer gesellten sich zu uns, wie das Engländer-6er-Pack mit ihren Sporttourern oder die beiden Panamerikanerpärchen aus Südamerika. Um 20:00 war es soweit, wir wurden aufgefordert die Fähre zu befüllen. Nach den Grenz-Check-Formalitäten wurden die Motorräder anschließend verzurrt. Danach ging es in unsere Kabine.

 

Diese war erwartungsgemäß klein, aber für die eine Nacht echt akzeptabel. Duschen auf einem „Klo-Quadratmeter“ und anschließend, an Deck, das Auslaufen aus dem Hafen verfolgen.

Es ist bereits nach 22:00 Uhr. Wir fallen in die Kojen…

 

Tag 6  / 280km / Bari zur Amalfiküste

Nächster Morgen, 6:20 Uhr der Wacker klingelt – aufstehen. Die Kabinenbettfedern malträtierten den Körper. Irre hart – habe aber trotzdem geschlafen.

Es war eine ruhige Überfahrt – keine Wellen (kein Schnarchen angel). Das Frühstück auf der Fähre, für je 6,00€, ist nicht wirklich erwähnenswert. Nichts besonders, Eier, italienisches Weißbrot und dünner Kaffee…  Pünktlich um 8:00Uhr wird in Bari/Italien angelegt. Es ist bewölkt, aber es bleibt trocken.

Die Zollabfertigung vor uns war nervig. Gefühlt 15min pro Person (!) Eine irre Schlange bildete sich beim Abfertigen. Fünf italienische Beamte vor Ort – Einer war aktiv. Jörg flirtete kurzum mit der Beamtin: sein freundliches Lächeln und ein noch freundlicheres „Buongiorno“ genügen und er war in 30sec durch. cheeky Auch ich hatte Glück: Meine Tenere wurde, von zwei der Beamten, genau betrachtet. Es stellte sich heraus das ein Beamte das gleiche Motorrad in den Ockerfarben des Bj. 2008 fuhr. Somit waren wir auf einer Wellenlänge yes 34sec. Zoll. Bingo (!) Aus dem Hafen von Bari selbst raus zu kommen ist eine Katastrophe. Sprichwörtlicher „Italienischer“ Verkehr – mehr sage ich nicht…

Wir folgen entlich der SS96 nach Altamura und Irsina weiter nach Tolve. Die Landschaft erinnert an das Microsoft Win 95/98 Startfenster – grüne Wiesen soweit das Auge reicht.

Bei einer Tankstelle machten wir unsere obligatorische Cappo-Pause. Während wir die Gegebenheit, mit leckerem Gebäck, genießen kommt auch das Engländer-6er-Pack auf den Rastplatz. So schnell sieht man sich wieder. Kurzer Smaltalk, weiter geht’s.

 

Ca. 30km von Potenza beginnt eine geile Streckenführung. Kurven ohne Ende. Erinnert ein wenig an Korsika.

Mitten in der Provinz werden wir in der BAR TRATTORIA (welches im Inneren mehr an einem „Tante-Emma-Laden“ erinnert) mit den selbstgemachten Spagetti der Besitzerin verwöhnt. Die zugehörige Tomatensoße mit der geschnittenen groben Wurst, sowie Brot, Schinken und Parmesan waren vom Feinsten (!). Bella Italia (!)

 

Nach Potenza nehmen wir die Autobahnstrecke E847, um einfach Kilometer zu machen. Nach der Stadt Salerno ist das nächste Ziel die bekannte Amalfi-Küstenstraße SS163. Das Wetter verschlechtert sich zunehmend. In Amalfi selbst war es bereits stark bewölkt. Hier auf der SS163 ist ungewöhnlich schrecklich viel Verkehr. Die Einheimischen fahren derart irre, das selbst an uneinsehbaren Stellen überholt wird – echt gefährlich. Für uns bedeutet das: Aufmerksamkeit und Ruhe bewahren.

Auch hier gönnen wir uns, trotz einsetzenden Regen, in einen der Steilküsten-Restaurants, noch einen wohl verdienten Cappuccino.

 

Danach das bekannte kamo-hanahan. indecision Nichts destotrotz die Amalfiküste ist hoch imposant, …sollte jeder mal gesehen haben.enlightened

Unsere Unterkunft das B&B: La Vela , Via Mola 6, Furore, 84010, Italien – Telefon: +39 333 975 8170 ist zweckmäßig, mit den Nachteil das selbst für unsere Motorräder keine Parkmöglichkeiten vorhanden waren. Heute Abend hieß es wieder: Föhnen der nassen Klamotten. Der unerwartete Regen machte uns nicht zuversichtlich für den Folgetag. Die Wettervorhersage war ernüchternd…

 

Tag 7  / 208km / Amalfiküste nach L´Aquila

8:30. Es regnet – schon die ganze Nacht…und den kommenden ganzen Tag…aber dies wussten wir noch nicht.blush

Zum allgemeinen italienischem B&B-Frühstück; hier werden scheinbar meist die gleichen Produkte aufgetischt und immer süß…nicht gut für uns. Das planen wir beim nächsten Mal anders enlightened wieder was gelernt. Das Packen unserer Motorräder gestaltet sich weniger süß, der Regen ist bereits so stark, dass die Straßenränder mehr und mehr einem kleinen Sturzbach ähneln.

Wir fahren daher nicht wie geplant die Küstenstraße über Sorrent, sondern es geht der SS366, den kürzeren Weg (mit Gebirgs-Tunnel), nach Campora. Wenn man hier zum nördlichen Tunnelausgang kommt hat man einen beeindruckenden, direkten Blick auf den Vesuv. Der Vulkan nimmt nicht nur optisch seine bedrohliche Rolle, in der Region, war. Es ist mir unverständlich warum sich eine Metropole wie Neapel sich hier, nach der Pompei-Katastrophe, wiederrum hat neu bilden können. Das folgende Bild des Vesuv´s ist aus den Internet – wir selbst haben leider kein Foto gemacht – der Regen war zu stark…

Wir lassen den, in Regenwolken verhangenen, Vesuv rechter Hand liegen. Der geplante Besuch zum Kraterrand fiel buchstäblich ins Wasser. An Pompei vorbei geht es über die Autobahn (E45) nach Cassino. Ach ja, hier hatten wir wieder 2x kamo-hanahan, wegen der Autobahngebühr angry.

Der Ort Cassino, oder das strategisch günstige, auf einem Berg gelegene, Kloster Montecassino hat im 2.Weltkrieg einen traurigen Bekanntheitsgrad erlangt. Hier lagen sich monatelang deutsche und alliierte Soldaten gegenüber. Auf dem Hochplateau 3km nördlich dem Kloster ist ein entsprechender Gedenkfriedhof. Wer hierzu mehr erfahren will – siehe folgenden Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_um_Monte_Cassino.

Auf dem folgenden Foto sollte Montecassino zu sehen sein, aber das Wetter lies es nicht zu. Daher auch hier – ein Foto aus den Internet (zu dem eben genannten Thema).

Wir machten stattdessen eine CappoPause. PS: Meine Handschuhe waren zu diesem Zeitpunkt schon wieder komplett regendurchweicht. D.h. anschließend kamo-hanahan. angry

Über die SR82 nahmen wir den direkten Weg nach Avezzano, um hier wiederrum auf die Autobahn A24 nach L´Aquila zu kommen. Tja – und auch hier wieder Autobahngebühr – somit wieder 2x kamo-hanahanangry. Ach, den Tankstopp sollte ich noch erwähnen: wieder kamo-hanahan angry. Ganz ehrlich, DAS machte keinen Spaß mehr. Der Fluch unter dem Helm nahm uneingeschränkt eine derbe Fäkalien-Sprache an. Für den heutigen Tag hat es einfach gelangt…sad

 

Der Zielort in L´Aquila hieß Camaga, 22 Strada Statale 80 22, LʼAquila, 67100, Italien -Telefon: +393409855181. Dies ist eine Unterkunft mit echt erwähnenswerten, interessanten Malereien an den Wänden, sowie klasse Fotos von den Rolling Stones, Beatles oder Doors.

Dort angekommen hieß es nochmalig Klamotten föhnen… (zum X-ten Mal auf dieser Tour – ohne Worte). Abends sind wir in das Internationale Restaurant mit dem weltbekannten gelben gebogenen „M“ gegangen, welches gerade mal 500m entfernt lag.

Mit der warmen Mahlzeit im Bauch prüften wir sorgfältig die Wettervorhersagen der kommenden Tage in dieser Region.

Der Check der Großwetterlage war ernüchternd. Entscheidung: Abbruch der Tour: siehe Wetterkarte – für die nächsten 3Tage war in Italien, und der Alpenregion, nur Dauerregen angesagt. Selbst der Weg zurück nach Kroatien machete keinen Sinn…

Neuer Plan: Östlich zur Ardriaküste fahren, dann über die Autobahnen nach Rimini, Bologna zum Gardasee/Brenner und nach Hause. Der Wetterkarte nach könnte man so noch am „trockensten“ die Heimreise schaffen… Storno der letzten drei geplanten Übernachtungen wurde online über booking.com abgewickelt. Wirklich schade, den hier in den Abruzzen wären noch schöne Strecken zu fahren gewesen. Aber bei der Wettersituation macht es keinen Sinn…noch mehr Regenwasser können die Motorrad-Handschuh und Motorradstiefel nicht aufnehmen…

Einziges Problem – wir sind auf Höhe Rom – das heißt, dies wird ein 1000km Ritt nach Hause – und das im Regen…blush

 

Tag 8  / 986km / L´Aquila nach Hause

Leichter Regen beim Aufstehen. Aufbruch nach dem Frühstück. Um 6:00 sind wir auf den Enduros. Der Regen verstärkt sich, bis zur Küste lässt er uns auch nicht mehr los. Jeder Gebirgsdurchbruch der A24 tut gut, vor allem der 10km-Tunnel zwischen Assergi und Fano A Corno. Pause vor dem Dauerregen.

Autobahngebühr (Karte ziehen): anschließend hieß es wieder: kamo-hanahan. Aber unser Plan schien auf zu gehen: ab der Ardriaküste nach Ancona, Rimini und Bologna bis Höhe Gardasee gab es keinen Regen, kleine Schauer zählen wir hier einfachheitshalber nicht mehr mit wink. Tankstopp: Anschließend hieß es wieder: kamo-hanahan.blush

Höhe Gardasee: Aufwärm- und Popo-Schonungs-Cappo-Stopp. Anschließend hieß es wieder: kamo-hanahan.angry Das Wetter wird zu den Alpenausläufern hin immer schlechter und ab Gardasee-Nord über den Brenner bis nach Hause gibt es nur noch Dauerregen. Über 400km wird es nun durchschütten, auch das wussten wir bis dahin noch nicht. Erschwerend: langsam geht die Kälte durch die regenaufgeweichten Handschuhe. Von wegen Motorradfahrer-Romantik (!) pfff…crying. Dieses Mal sind wir auf der Kehrseite der Medalie. Aber auch das gehört zum Motorradfahren dazu. Die direkten Einflüsse der Natur miterlebenwink.

Kurz danach Autobahngebühr (Karte zahlen) wieder: kamo-hanahan.blush Europa-Brücke Gebühr zahlen, wiiiieder: kamo-hanahansurprise. Alles im strömenden Regen. Und letzter Tankstopp, den Zirler-Berg hinter uns – wir sind nun bereits in Scharnitz, hieß es abschließend nochmal: kamo-hanahanangry. Die Kraftausdrücke werden hier nicht weiter beschrieben, welche die oben genannte Prozedur begleitet. Um ca. 22:00 Uhr kamen wir zuhause an. Triefend nass wie ein begossener Pudel. Heiß geduscht ging es unter die Schlafdecke. Aber auch hier; das Wichtigste: wir sind gesund zu Hause angekommen.

Fazit zur Tour – eigentlich eine tolle Wegstrecke… hätte wettertechnisch besser laufen können … auf alle Fälle könnt Ihr Eisenarsch zu uns sagen (auch wenn es für eine Iron-Butt-Auszeichnung nicht reicht. So´ne Auszeichnung wird bei mir wohl nie geplant auf dem `Must-Do-Zettel´ stehenenlightened. Ach ja, es waren 986km am Stück…mit der Erkenntnis: Irgendwann tut es nicht mehr weh… indecision.

Die abgeleistete Fahrleistung von Jörgs XT600E ist hier, meiner Meinung nach, noch erwähnungswert: Seine XT hatte vor diesem Trip bereits über 100.000km auf der Uhr – und das mit dem ersten Kolben im Triebwerk – Respekt (!). So eine XT bringt dich halt immer wieder nach Hause smiley. In Summe wurden dem Kilometerzähler, unserer japanischen Einzylinder-Enduros, über 2.700km hinzugefügt.